Team DIGA-Procross Husqvarna | Interview mit Justin Amian

 

Das Kölner Team DIGA-Procross Husqvarna machte bereits Mitte der letzten Saison, mit Unterstützung von Husqvarna, den Schritt in die MX2 Weltmeisterschaft.

Für die Saison 2019 konnte das Team rund um Justin Amian sich, nun als offizielles Satelliten Team von Husqvarna unterwegs, von Anfang an auf die gesamte Weltmeisterschaft mit Davy Pootjes und die Europameisterschaft mit den beiden Nachwuchsfahrern Jeremy Sydow und Filip Olsson vorbereiten.

Zudem verkündete das Team vor kurzem, dass sie vorerst die Tore des Supercross Teams schließen werden.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Husqvarna und den Aufstieg in die MX2 WM letzte Saison?

Justin Amian:

Wir sind bereits zur Saison 2017 von Suzuki auf Husqvarna umgestiegen, da wir für die MX2-Klasse in der Husqvarna das beste Motorrad gesehen haben. Die Zusammenarbeit direkt mit Husqvarna aus Österreich ist dann Mitte der letzten Saison gestartet, als Iker Larranaga und Brent van Doninck plötzlich ohne Ride nach Teutschental da standen. Husqvarna hat gesehen, welche Leistung wir als Team in der EMX250 mit unseren Piloten abgeliefert haben und ist auf uns zugekommen. Wir sind sehr glücklich, dass unsere harte Arbeit von Husqvarna so anerkannt wurde und uns die Möglichkeit gegeben wurde den nächsten Schritt in der Entwicklung zu machen.

 

Gab es einen Plan, in die MX2 WM aufzusteigen oder kam das alles überraschend?

Justin Amian:

Die Vision von DIGA-Procross war es schon immer in die MX2 Weltmeisterschaft einzusteigen, dass das aber so schnell ging, damit hatten wir alle nicht gerechnet. Mit Husqvarna haben wir aber den perfekten Partner gefunden und sind froh, dass die Partnerschaft auch auf das Jahr 2019 ausgeweitet wurde und wir mit Davy Pootjes diese Saison die komplette Weltmeisterschaft fahren.

 

Wie verlief die Saisonvorbereitung für die nun gestartete Saison?

Justin Amian:

Die Saisonvorbereitung verlief nahezu nach Plan.

Davy Pootjes hat sich in Zusammenarbeit mit Marc de Reuver auf die Saison vorbereitet und viel Zeit auf dem Motorrad verbracht. Es war sehr wichtig für Ihn und das Team, dass er ein gutes Gefühl hat und verletzungsfrei in die Saison startet.

Jeremy Sydow und Filip Olsson haben, gemeinsam mit unserem Trainer Matthias Rissmayer, neben dem Training auf dem Bike auch viel Wert auf das Training abseits des Bikes gelegt und somit den idealen Grundstein für die Saison gelegt. Der einzige Wermutstropfen ist, dass Filip Olsson sich etwas am Knie verletzt hat und somit nicht das volle Programm durchziehen konnte.

Wie sah die Saisonvorbereitung des Teams, abseits von den Fahrern aus?

Justin Amian:

Es war sehr viel zu erledigen und zu organisieren. Wir haben nun 3 Festangestellte Mechaniker und eine Handvoll Freelancer, die uns bei Bedarf unterstützen. Meine Mechaniker haben sehr viel gearbeitet um alles rechtzeitig fertig zu bekommen. Ich bin stolz darauf, dass wir, als noch so junges Team das alles hinbekommen haben. Der größte Dank, neben dem Dank an meine Mechaniker, geht an alle unsere Partner, Sponsoren und Unterstützer. Ohne die Unterstützung derer, wäre es auf garkeinen Fall möglich gewesen, dass perfekte Paket für die Saison zu schnüren.

 

Die Saison ist nun gestartet, wie bist du zufrieden mit den ersten Rennen?

Justin Amian:

Der Saisonauftakt in Argentinien ist für uns sehr solide verlaufen. Ich war sehr zufrieden mit den Rennen, die Davy Pootjes gezeigt hat. Beim zweiten Lauf in Matterley Basin konnte Davy sogar noch einen oben drauf setzten und mit zwei siebten Plätzen hat er gezeigt, dass er zur Spitzengruppe der MX2 gehört. Für unsere EMX250-Athleten verlief das erste Rennwochenende nicht optimal. Filip Olsson hat leider die Qualifikation ganz knapp um ca. 0,5 Sekunden verpasst. Jeremy Sydow hat ein solides Qualifying hingelegt und bis zu seinem Sturz gezeigt, dass er in der EMX250 vorne mitfahren kann.

 

Wie sehen die nächsten Wochen aus?

Justin Amian:

Am kommenden Wochenende steht die nächste Veranstaltung der MXGP in Valkenswaard an. Es ist das Heimrennen für Davy Pootjes und es werden sicherlich wieder viele Fans vor Ort sein. Für Filip Olsson geht es darum weiter Zeit auf dem Bike zu sammeln und sich für das nächste EMX250 Rennen in Trentino (Italien) vorzubereiten. Jeremy Sydow hat sich leider in Matterley Basin verletzt und wir müssen jetzt abwarten, wie langwierig die Verletzung ist und wann er wieder ins Training einsteigen kann.

Eine letzte Frage: Vor welchem Hintergrund habt Ihr euch dazu entschieden, euch vorerst aus dem Supercross zurückzuziehen?

Justin Amian:

Wir haben uns vor ein par Wochen zusammengesetzt und das letzte Jahr Analysiert. Nach ausführlichen Gesprächen und reichlich Bedenkzeit haben wir uns dafür entschieden, uns vorerst ausschließlich auf die Motocross Europa- & Weltmeisterschaft zu fokussieren. Wir wollen uns 100 prozentig auf unsere zukünftigen und anstehenden Aufgaben und Ziele konzentrieren und keine Abstriche an der Qualität unserer Arbeit machen. Wir haben uns in den letzten drei Jahre leistungsbezogen kontinuierlich weiterentwickelt und hatten eine erfolgreiche Zeit beim Supercross. Beim letzten Rennen des ADAC SX Cup in Dortmund wurden wir für unsere harte Arbeit mit 3 Titeln und unzähligen Podiumsplätzen belohnt und haben damit unsere Ziele mehr als übertroffen.

 

Text: Kevin Baltes

Bild: Ralph Marzahn / Onealracing